Ausmisten // So läuft das hier bei uns

Ausmisten – ein rotes Tuch für jeden – oder? Vielleicht auch für den einen oder anderen ein befreiendes Gefühl. Mich überkommen jedes Mal ambivalente Gefühle. Wenn ich ans Ausmisten denke, dann kommt erst mal ein schwerer tiefer Atemzug und ein langes „uuuuuffffff“ aus mir.
Dann überkommen mich Wellen der Motivation und ich hole einen bis mehrere große Müllbeutel und lege los. Was nicht bei drei auf den Regalen ist, wird weg geschmissen oder weg sortiert.
Trotz euphorischer Wegschmeißpanik versuche ich noch strukturiert ran zu gehen. Eigentlich hasse ich es nämlich, Sachen weg zu schmeißen die andere Leute noch brauchen könnten. Auf der einen Seite blitzen da die kleinen Dollarzeichen in den Augen und auf der anderen Seite möchte ich auch Gutes tun und die Sachen an jemanden weiter geben, der sie wirklich braucht. Eine schwierige Kombi bin ich da innerlich. Ich habe mir deshalb eine ganz gute Strategie des Ausmistens zurecht gelegt und berichte euch von meinen Lösungen.

Team Flohmarkt

Ich bin absolut kein Flohmarkt- Fan. Die letzten Jahre habe ich wirklich gerne und viel Flohmarkt gemacht, aber momentan schreckt mich der Gedanke irgendwie ab. Ich habe immer das Gefühl über den Tisch gezogen zu werden. Für die Dinge die eigentlich viel mehr wert sind über 50 Cent zu diskutieren, bin ich auch leid. Klar, in der Summe kommen dann schon mal so 100-200 € Einnahmen dabei rum, aber wenn ich den ganzen Aufwand, Frust und meine Zeit dagegen rechne, komme ich irgendwie auf keine gute Gleichung.
Als ich dann den Löwenpapa gefragt habe, ob wir jetzt vor dem Umzug noch mal Flohmarkt machen wollen, hat er gesagt, er hat da keinen Bock drauf, aber ich könnte es gerne machen. Ja, ist klar! Ich finde, das wäre schon ein Ding, was wir zusammen durch ziehen müssten, ist ja unser Haushalt, aber da gehen wir irgendwie unterschiedlich ran.
Ich halte beim Aussortieren eine Vase in die Luft,  eine die perfekt für eine einzelne langstielige Blume wäre. Wenn man mal eine Blume dieser Art hätte, würde man sich ärgern, falls man keine passende Vase hätte. Allerdings ist der Fall die letzten 5 Jahre nicht eingetreten. Ich sehe ihn fragend an:
Er: „Weg damit“
Ich: „Wohin?“
Er: „Ist mir egal, in den Müll“
Ich: „Ne, das kann doch jemand noch brauchen, ich kümmere mich darum“
Er: „Okay, mach“

Super, so bleibt es dann wohl an mir hängen. Ich kategorisiere in 3 verschiedene Produkt Kategorien und entsorge und entlaste mich wie folgt:

Behalten – eigentlich wirklich nur die Sachen die oft im Gebrauch sind

Alles was wir behalten, versuche ich in durchsichtigen Plastik Kisten zu sortieren und in ein Regal zu stapeln. Die Sachen sind dann definitiv fertig sortiert und müssen auch nicht noch drei Mal angefasst werden. Wenn ich sie dann auch noch beschrifte, fühle ich mich nahezu heldenhaft.
Ich tue mich aber eigentlich wirklich schwer damit, nur das Nötigste zu behalten, weil ich nämlich gerne auf jede Eventualität vorbereitet bin: Klar haben wir genug Bettzeug für euch alle, schlaft gerne hier. Klar habe ich einen Whiskey für dich, natürlich aus einem Whiskeyglas, Konfetti für die Tischdeko- habe ich noch da, kein Problem….

Weg schmeißen – alles was nicht mehr funktionsfähig oder oll ist

Ihr glaubt gar nicht wie viele volle Müllbeutel hier trotzdem gerade raus wandern. Wenn ich merke, dass ich im Rausschmeißer- Modus bin, geht es los. Ich schnappe mir einen Beutel und entsorge alles was rum fliegt. Kleinrakm, Einzelteile und kaputte Sachen. Da kann es auch mal vorkommen, dass ein Kugelschreiber, Ohrringe oder irgendwelche Dekosachen in die Tüte wandern die eigentlich eher in die nächste Kategorie gehören würden, aber bei so Kleinkram bin ich da dann manchmal lieber hemmungslos als mir wirklich über jedes Teil Gedanken zu machen. Das tut so gut. Weg damit!

Zum Sperrmüll fahren wir jetzt auch ca. einmal die Woche. Sonst würden unsere Mülltonnen überquellen. Bretter, Regale, alte Kisten oder kaputte Kinderspielzeuge kommen direkt auf den Recyclinghof an der Feldstraße.

Umziehen und Ausmisten nach System. Wie ich das Chaos bei uns Zuhause angehe und es schaffe nicht unterzugehen jetzt auf dem Blog | Ichsowirso.de

verschenken – alles was jemand anders brauchen könnte

Da gibt es eine ganze Menge in unserem Haushalt. Dinge, die ich eigentlich nicht benutze, aber auch einfach zu faul bin, sie weg zu organisieren. Mir ist es dann meist zu anstrengend die Sachen zu sortieren und an zig verschiedene Orte zu bringen. Altkleider, Second Hand Shop für Kinder, Möbelhaus und so weiter und so fort.

Ich bin so froh im letzten Jahr einen Umsonstladen hier bei uns um die Ecke entdeckt zu haben. Das Prinzip ist super, man kann Sachen hinbringen und andere Sachen mitnehmen. Ein Tauschladen quasi. Ich bringe allerdings nur Sachen hin, ohne was mit zu nehmen, ich sortiere ja schließlich aus.  Bevor der Laden normal öffnet gibt es immer eine Stunde, die nur für Obdachlose geöffnet wird. Jeder kann sich einfach mit nehmen, was er braucht. Das finde ich super!
Ich muss die Sachen nicht sortieren und die nehmen da alles, was jemand anderes brauchen könnte. Ich finde es super, denn anstatt auf dem Flohmarkt zu stehen und mit jemandem über 50 Cent zu diskutieren, der meine Sachen anscheinend nicht wertschätzt, gebe ich sie hier lieber an Menschen weiter, die sie wirklich brauchen.
Für mich ist es einfach und ich tue noch was Gutes! Super Sache!

Ich bringe meine Sachen immer hier hin, vielelicht gibt es ja in eurer Nähe auch etwas mit einem ähnlichen Konzept.

Umsonstladen
Stresemannstraße 150
22769 Hamburg
Tel.: 040 – 39 90 64 88
umsonstladen@ak-loek.de

Die Öffnungszeiten stehen auf der Homepage, bitte unbedingt vorher gucken.
https://www.ak-loek.de/umsonstladen/

verkaufen – alles was wirklich einen Wert erzielen würde

Es gibt natürlich auch Sachen, für die ich selber viel Geld gezahlt habe und die ich nicht einfach so verschenken möchte. Wie zum Beispiel unseren Crosstrainer, den wir kurz nach der Geburt der Löwen gekauft und seit dem wohl ganze 3 Mal benutzt haben. Seither hat er unser Schlafzimmer geschmückt und brauchte dringend einen starken Ebay -Käufer, der ihn hier abholt.
Ebay Kleinanzeigen ist da auf jeden Fall ein Mittel unserer Wahl. Obwohl ich darüber auch gleich einen gesonderten Blogpost schreiben könnte, was da für Tröten unterwegs sind. Ai ai ai.
Für Kindersachen habe ich diesen Instagram Secondhand account eröffnet und verkaufe dort eigentlich ganz erfolgreich die Sachen von Mats und Anton. Das macht auch echt Spaß, keine Diskussionen, kein Verhandeln und wer zuerst kommt mahlt zu erst. Ich habe dort jetzt auch ein paar Sachen von mir gepostet. Guck da also gerne mal vorbei, in meinen kleinen Online Flohmarkt. Ich versende die Sachen dann nach eurer Paypal Zahlung.

So wühle ich mich hier also von Zimmer zu Zimmer und von Regal zu Regal. Okay, ich gebe zu, momentan sieht es hier fast schlimmer aus als vorher, aber die Schränke werden leerer. Ich fühle mich gut dabei, weil ich ein für mich passendes Ausmiste -System gefunden habe. Und weiter geht`s!

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