Unsere ersten Monate // Schneller als gedacht und anders als erwartet

Ihr lieben, am letzten Wochenende habe ich den Instagram Account des Elternmagazin übernommen und dort unsere Geschichte der erste Monate geteilt. Denn bei uns lief vieles anders als normal, anders als gedacht und anders als gewollt. Alles ging schnell, zu schnell. Und trotzdem ist alles genau richtig so wie es ist.
Ich habe so wundervolles Feedback zu meinen Zeilen bekommen, dass ich sie hier auf dem Blog auch noch mal für euch festhalten wollte.

Los gehts!

PLÖTZLICH SCHWANGER//

Ich fange an und nehme euch mit in den April 2014.

Weil ich Ende Mai heiraten wollte, habe ich schon seid Anfang des Jahres eine ziemlich strickte Diät gemacht und kaum Kohlehydrate und super viel Gemüse gegessen. Ein paar Wochen lang habe ich mir sogar solche ekelhaftigen Shakes reingezwungen und dann tatsächlich in 3 Monaten 10 Kilo abgenommen. Da war ich zugegebenermaßen ganz schön stolz. Kleine Nebenstory: Ich habe eine Hormonkrankeit die unter anderem zur Folge hat, dass ich sehr unregelmäßige Blutungen habe und nur erschwert schwanger werden kann. Im April 2014 hatte ich schon länger keine Blutungen mehr und ziemliches Magengrummeln. Kein wunder, wenn man den ganzen Tag nur Gemüse isst. Dachte ich. Ich habe meine Frauenärztin aufgesucht, weil ich eh schon länger nicht da war aber es traf mich trotzdem wie ein schlag als sie bei der Untersuchung inne hielt und sagte: „Lisa, da schlägt ein ganz schön kräftiges Herz.“ Ich musste sofort weinen. Vor Glück. Unerwartet und überwältigend.
Dann haben wir das Untersuchungszimmer gewechselt und den Bauch von außen geschallt. Mein Kopf drehte sich und die Gedanken überschlugen sich, als meine Frauenärztin wieder inne hielt und meinte, sie müsste sich kurz konzentrieren, denn sie wolle nichts falsches sagen. Ich hatte kurz Angst, dass etwas nicht stimmte und dann kam das: „Lisa in deinem Bauch schlagen zwei Herzen! Du bekommst Zwillinge“

UND BIST SCHON IM 5. MONAT//
…Ich weinte wieder diesmal aus einer Mischung an Gefühlen die ich kaum mehr wieder geben kann. Ich war geschockt und aufgeregt. Ich konnte mich gar nicht so schnell sortieren wie die Informationen auf mich rieselten. Meine Frauenärztin hat die Beiden dann vermessen und festgestellt, dass ich bereits in der 17. Woche bin. Schwanger. Zwillinge. Fünfter Monat. Ich dreh durch. Auf dem Weg nach Hause tanzten meine Gedanken Samba. Wie wird ER reagieren, so völlig unerwartet und trotzdem insgeheim erhofft, diese Schwangerschaft. Ich kam ins Wohnzimmer und hatte Tränen in den Augen, ich konnte nichts sagen, nur die Ultraschallbilder hochhalten und seine Freude empfangen. Wir umarmten uns und ich habe ihm das untere Bild gezeigt. „Es werden zwei…“ In den nächsten Stunden ging es Gefühlsmäßig auf und ab. Ich bin keine von den Frauen die sich schon immer Zwillinge gewünscht hat und in unserer Familie gibt es auch keine Zwillinge. Meine Frauenärztin hatte mich nicht darüber aufgeklärt, dass die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft durch meine Hormonkrankheit gegeben war. Diese Neuigkeiten trafen uns völlig aus dem Nichts. Ich hätte mich auch gut erstmal auf ein Kind konzentrieren können. Ich hatte Angst vor Überforderung.

CASINO UND FRÜHGEBURT //
Es war ein toller Abend als ich mich mit meiner Kugel noch mal richtig schick machte und wir mit meinem Bruder und seiner Schwägerin ins Casino gegangen sind. Ich und mein Mann hatten jeder 50€ aus der Babykasse mitgenommen. Nachts und drei sind wir mit 400€ Gewinn erschöpft ins Bett gefallen. Außer einem Routine Termin morgen früh im Krankenhaus lag nichts an. Und danach würde ich mich sicher einfach wieder hin legen. Pah!
Wir mussten gleich da bleiben, denn sie wollten unsere Löwenjungs noch heute per Kaiserschnitt holen. 5 Wochen zu früh. Und mal wieder ging mir alles viel zu schnell. Die Nabelschnur Durchblutung des einen Kindes war zu hoch. Das war aber schon mehrfach festgestellt worden. Als mir der Arzt dann erklärte, dass er ziemlich klein sei im Vergleich zu seinem Bruder, der von oben auf ihn drückt und er dabei noch einen Dauerlauf mache, haben wir uns entschieden dem Kaiserschnitt zu zustimmen. Auch wenn ich unbedingt natürlich entbinden wollte und absolut davon ausgegangen bin, dass das klappt.

Manchmal frage ich mich heute, ob das alles so richtig war oder wir noch hätten warten können. Die Beiden kamen mit 1900g und 2300g auf die Welt. Leider mussten sie direkt ärztlich versorgt werden und sind dann auf die Intensivstation gekommen. Die Frühgeburt war nicht so einfach weg zu stecken und wir mussten die ersten 4 Wochen im Krankenhaus bleiben.

EIN HERZFEHLER //
Bei unserem kleinen Löwen wurde ein angeborener Herzfehler entdeckt, der ihn so schwächte, dass wir große Sorgen hatten. Keine Lebensbedrohlichen Sorgen aber das Thema, wann isst er wie viel beschäftigte uns Monate. Schon kurz nach der Geburt wurde uns gesagt, dass er operiert werden muss, wenn er ca. 5 Kilo wiegt und ein halbes Jahr alt ist. Aber darauf konnten wir nicht warten, denn er kam über die 3,5 kg nicht hinaus. In seinem 4. Lebensmonat haben die Ärzte dann entschlossen, dass sie ihn schon früher an seinem noch so kleinen Herzen operieren und das Loch schließen.
Eine emotionale und Kräfte zehrende Zeit für uns alle. Aber das Loch ist zu und das nun schon 4 Jahre lang. Ein bisschen schmaler und kleiner als sein Bruder wird er wohl immer bleiben und eine große Narbe auf der Brust wird seine Geschichte ein Leben lang erzählen.

EIN GEN TEST//
Aber nicht nur die Narbe auf der Brust unterscheidet die beiden optisch. Für mich sehen meine Jungs ganz verschieden aus. In den ersten Monaten war der Unterschied ziemlich deutlich, denn der kleine Löwe wurde wegen des Herzfehlers immer schmaler. Die Frage die uns wohl fast am häufigsten gestellt wurde, war ob die beiden eineiig oder zweieiig sind. Eigentlich war es mir egal aber irgendwie haben wir mit der Zeit gemerkt, dass wir doch eine Antwort auf die Frage haben möchten und haben einen Test machen lassen. Hochwichtig haben wir Speichelproben genommen und per Post ins Institut geschickt. Ein paar Wochen später hatten wir dann unsere Antwort. Eineiig. Aber geändert hat das natürlich nichts. Mich nervt die Frage auch irgendwie, denn es sind ja zwei Kinder und zwei Charaktere. Mir scheint es so, als wäre für mein Gegenüber die Antwort gleich bedeutend mit: „Ja, sie sind gleich“ und dann sträubt sich mein Mama Herz. Es sind zwei Kinder und sie sehen sich sehr ähnlich. Punkt! Als nächstes versucht der fragende dann sie zu kategorisieren. Und welcher ist der “Laute“ oder der “Freche“. Würde man dieses Gespräch bei normalen Geschwistern auch führen? Ich bin es auf jeden Fall leid.

JUNGS MAMA //

Zwischen dem Termin, als ich von der Schwangerschaft erfahren habe und unserem nächsten Termin zu dem ich meinen Mann dann mitnehmen wollte lag ein Wochenende. Ein Wochenende an dem mein Bauch plötzlich explodierte und Vorstellungen Gestalt annahmen. Ich habe irgendwie gedacht es werden Mädchen. Ich habe selber eine Schwester und kann bis dahin auch nur Zwillingsmädchen. Falsch gedacht. Zwei Jungs.

Wenn man mit Zwillingen schwanger ist, dann ist der Gedanke „na, vielleicht beim Nächsten“ ganz weit weg. Für mich war also erst mal klar, dass ich eine Jungsmama werde. Ich meiner Hormon gesteuerten Laune musste ich ein bisschen weinen und habe versucht einer kleinen Enttäuschung keinen Raum zu geben. Ich wollte mich die nächsten Jahre nicht mit baggern und mit Dinos beschäftigen. Diesen kurzen Anflug von –wem soll ich denn dann Zäpfe flechten?- konnte ich aber zum Glück schnell in absolute Löwenbande liebe umwandeln. Mittlerweile liebe ich es Jungsmama zu sein und hey, einer meiner Löwen war zum Fasching eine Prinzessin, weil er es wollte. Und ich bin mittlerweile Profi im Dinosaurier Höhlen bauen und summe sogar im Büro die Jingle von Yakari und Paw Petrol vor mich hin. Ich bin also ganz angekommen.

 

NUR EINE PHASE //
Vor kurzem haben wir den 4. Geburtstag der Löwenjungs gefeiert und ich bin so stolz. Stolz auf die Beiden und stolz auf mich und den Löwenpapa. So oft waren wir am Ende unserer Kraft und unserer Geduld. „Das erste Jahr ist hart und dann wird es besser“ haben immer alle gesagt und den Satz „das ist nur eine Phase“ konnte ich auch nicht mehr hören. Ich war einfach erschöpft. Die Phase, in der wir unsere Akkus langsam wieder aufladen konnten, hat auch echt lange auf sich warten lassen. Wir haben noch immer unruhige Nächte und Tage an denen ich einfach nicht mehr kann aber genauso haben wir Tage, an denen ich mit dem Löwenpapa im Garten sitze und Kaffee trinke, während die Jungs sind Höhlen bauen, klettern oder Hörspiel hören.

Die Zeit war anstrengend, aber sie geht vorbei und wenn sie vorbei ist, dann gucke ich meine Jungs an und würde mir wünschen sie noch mal einen Tag als Baby zu haben.

 

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3 Kommentare

  1. Antworten

    Nathalie

    18. November 2018

    Oh man, ich erinnere mich gerade als wäre es gestern gewesen. Der Junggesellen Abschied und die Überraschung. Ihr könnt wirklich stolz sein wie ihr das geschafft habt alles!!! Hatte gerade vor Rührung auch nochmal Ein paar Tränchen in den Äuglein.
    Und ja, auch bei unterschiedlich alten Geschwistern mit unterschiedlichem Geschlecht wird manchmal nach den Unterschieden gefragt… also mach dir nix draus. Zwillinge sind halt besonders und da muss man sowas mal fragen 😉

  2. Antworten

    Tina

    18. November 2018

    Hallo Lisa, leider machst Du sehr viele Rechtschreibfehler….. seid/ seit?!?! Das lässt Deine Texte nicht flüssig lesen und man fühlt, dass man Dich nicht so ernst nehmen kann. Lass die Texte doch vor dem Veröffentlichen nochmal gegenlesen.

    Beste Grüße

  3. Antworten

    MJ

    18. November 2018

    Ich kann sowohl die Texte flüssig lesen, als auch Lisa und ihre Aussage ernst nehmen. Deine Aussage scheint also nicht für alle zu gelten Tina, also schreib doch bitte solche Bewertungen/Anmerkungen das nächste Mal nur aus deiner Sicht und nicht so pauschal. Grade im Internet finde ich einen „guten Ton“ so wichtig.

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