Duschgedanken // Zwischen den Jahren- anders als gedacht

Vor Weihnachten saßen wir mit Freunden hier zusammen vor dem Kamin und haben über unsere Kindheitserinnerungen an Weihnachten gesprochen. Ein Freund von uns sagte, dass es für ihn und seine Brüder das Größte war mehrere Tage lang mit seiner Familie Zuhause rum zu hängen und mit den neuen Spielsachen zu spielen.
Das aht was in mir ausgelöst. Das möchte ich auch für meine Kinder. Und für uns.
Ich hatte diese Ruhe zwischen den Tagen irgendwie nie, denn wir waren immer viel unterwegs. Ich und meine Schwester sind halb bei meinem Papa und halb bei meiner Mama aufgewachsen und waren dann auch zwischen den Tagen irgendwie immer und überall. Auch wenn wir Weihnachten mit beiden zusammen gefeiert haben, so sind wir dann noch zu verschiedenen Großeltern und durch verschiedene Haushalte getingelt.

Entspannung und Bedürfnisse

Seid die Kinder da sind habe ich den Wunsch den Löwen diese weihnachtliche Enstspannung zu ermöglichen und möchte daher möglichst wenig rum reisen. Ich lade dann lieber alle zu uns ein.
Bevor wir aber in unser Häuschen hier gezogen sind, hatte ich auch viele Jahre den Wunsch über Silvester in ein schönes Ferienhäuschen mit Freunden zu fahren und daher waren wir häufig schon nach Weihnachten auf dem Weg in den Urlaub. Das finde ich auch immer noch einen sehr schönen Gedanken, aber in diesem Jahr wollten wir hier bleiben, zwischen den Jahren und auch über Silvester. Wir wollten unser neues Haus einweihen und uns ein bisschen Ruhe gönnen, so richtig ankommen im Heim und im Winter.

Alles kam anders – So ist es halt mit Kindern

Die letzten Tagen waren geprägt von den Bedürfnissen der Kinder und ich fühle mich zurück versetzt in die Frustration aus unserem ersten Urlaub mit den Löwenkindern. Ich weiß nicht, wieso ich auf die Idee gekommen bin, es wäre total besinnlich und gemütlich hier gemeinsam rum zu hängen und zu spielen, zu kochen und Bücher zu lesen. Die Löwen hatten anscheinend andere Pläne, sie sind wild und aufgedreht, jammerig und wüterich. Wörter die ich nicht hören will werden hier durch den Raum gewirbelt und nicht nur das, es fliegen die Fetzen.  Wenn die beiden mal friedlich spielen sind wir damit beschäftigt aufzuräumen oder essen vorzubereiten.
Das liegt zum einen daran, dass ich selber nur schwer zur Ruhe komme und die Pausen die sich ergeben dann lieber effektiv nutze, als mich auszuruhen und zum Anderen liegt es daran, dass ich garantieren kann, dass irgendwas ist, wenn ich erstmal auf dem Sofa sitze.
Streit schlichten, Spielzeug reparieren, neue Batterien besorgen, Verletzungen verarzten, trösten, ausgeschüttetes Trinken aufwischen, Hölen reparieren oder neues Malpapaier besorgen.
Und all das mache ich lieber nebenbei, wenn ich eh am Rödeln bin, als dafür meine Pause zu unterbrechen, also mache ich lieber erst gar keine.
Habe ich mich gerade hingesetzt um MAL einen Kaffee in Ruhe zu trinken, dann bin ich genervt von den Anforderungen des Spielealltags zweier wilder Löwenkinder. Also rödel ich irgendwo rum, erledige Kram und bin immer zur Stelle.
Das ist ja eh unser normaler Alltag. Hinzu kommt aber in diesen Tagen zwischen den Jahren, mein eigenenes so große Bedürfnis nach Erholung und Ruhe. Des Nichts tun und Abschalten.
Das kollidiert hier gerade total mit dem Bedürfnis der Kinder, die möglichst immer was mit machen wollen. Klar, wenn Mama und Papa beide da sind und keiner arbeiten muss.

Unterwegs sein um nicht Zuhause zu sein

Hier zu Hause streiten und jammern die beiden im Moment total viel. Obwohl ich mich gerade schlecht fühle das zu schreiben, denn gerade höre ich sie, wie sie oben friedlich zusammen Babyaffen spielen. Also wie ihr seht, alles nur Momentaufnahmen. Aber irgendwie haben wir immer das Gefühl, wir müssen Ausflüge machen wie schwimmen gehen, Schlittschuh oder Freunde besuchen um zu verhindern, dass wir hier in unserem Alltagsgeärgere unter gehen. Dadurch sind wir immer am rennen.
Ich fühle mich oft wie eine alte Meckertante und kann dann mich dann selber nicht mehr leiden. Also kann ich gerade entweder mich nicht leiden, weil ich so viel meckere, oder ich kann die Kinder nicht leiden, weil die so viel Mist machen oder ich kann meinen Mann nicht leider, weil der so viel meckert. Alles fühlt sich so richtig doof an.

Vor allem dann, wenn wir uns eigentlich eine schöne Familienzeit erhofft hatten.

Es geht auch anders

Wenn ich hier so los schreibe und dann noch mal lese, korrigiere und Teile wieder lösche, dann denke ich manchmal drüber nach, ob ich das überhaupt schreiben und veröffentlichen kann. So miesepetrig über unser Leben und die Kinder zu schreiben. Dass will doch erstens keiner lesen und vor allem ist die Frage, ob ich das später noch mal lesen will. Oder meine Kinder, wenn sie groß sind. Aber genau so ist, es ist das Leben mit Höhen und Tiefen und das möchte ich mit euch teilen. Denn solche Tage gibt es in jeder Familie.

Manchmal bekomme ich Nachrichten von Lesern die sagen, es ist bei uns immer alles so harmonisch und die Löwen so friedlich. Alles nur Momentaufnahmen. So wie diese hier. Gerade bin ich gefrustet. Ich vermisse es Zuhause rum zu hängen, nichts zu tun und einfach miteinander, nebeneinander zu sein.
Ich weiß, das war ja klar, mit Kindern ist das halt so. Frustrierend ist es trotzdem und das musste gerade mal raus!

Und trotzdem möchte ich an dieser Stelle sagen, dass wir auch ganz schöne Weihnachtserlebnisse und ein richtig schönes Silversterfest hatten.
Wir hatten Besuch von unserer Family und wir haben an zwei Tagen die Familie besucht. Noramlerweise sind die Löwen oft zurück haltend oder aus Unsicherheit frech und wild bei Freunden oder Familie die sie nicht so häufig sehen. In diesem Jahr habe sie das so super gemacht. Sie waren offen und höflich okay und ein bisschen frech aber das ist fein! Besonders freue ich mich immer, wenn sie sich mit anderen aufs Sofa kuscheln uns sich vorlesen lassen, wenn sie dabei zur Ruhe kommen und sogar Nähe zulassen. Gekuschelt wird nämlich meist nur mit uns.

Wir vier hatten einen richtig tollen Ausflug ins Schwimmbad. Wir haben getobt, geschwommen und Popobomben ohne Ende gemacht. Dann sind wir ungefähr 100 mal die große Tunnelrutsche gerutscht. Mein Mann und ich haben die Freunde und die leuchtenden Augen der Kinder so sehr genossen.
Genau so sehr wie die kleinen aufgeregten Löwen an Silvester. Mit den Wunderkerzen in der Hand und den großen Wünschen fürs nächste Jahr auf den Lippen.
Aber..psssssttt. Verraten darf man nicht Mama.

Ein paar Gedanken aus dem Leben- auf das die Phasen und Tage weiterhin in Wellen kommen und gehen!

Ein paar Gedanken aus dem Leben mit Kindern zur schönsten Zeit des Jahres. Von den Wünschen nach Ruhe und Besinnlichkeit zwischen den Feiertagen. Von wilden Löwen und wilden Rutschen. / ichsowirso.de

 

DAS KÖNNTE DIR AUCH GEFALLEN

9 Kommentare

  1. Antworten

    Christine

    2. Januar 2019

    Danke, liebe Lisa, dass du diesen Text genauso geschrieben hast! Er hätte von mir sein können, bei uns war es ebenso… DANKE

  2. Antworten

    Melike

    2. Januar 2019

    Liebe Lisa,
    ich finde mich so in deinem Text wieder! Vielen Dank für deine Offenheit. Es lässt mich weniger an mir zweifeln und zeigt mir, dass mein Löwe und meine Löwin nur ganz normal sind. Ähnliche Szenarien bei uns…
    Ganz liebe Grüße und ein frohes neues Jahr Melike

  3. Antworten

    Lisa

    2. Januar 2019

    Liebe Lisa,
    es sind genau solche Texte, weswegen ich deinen Blog unheimlich gerne lese! Du schreibst so schön ehrlich und mitten aus dem Leben und obwohl ich selbst noch keine Kinder habe, kann ich deine Situation nachvollziehen.
    Mach weiter so!
    Liebe Grüße
    Lisa 🙂

  4. Antworten

    Denise

    2. Januar 2019

    Liebe Lisa,
    Ganz toll geschrieben und ich kann das zu 100% unterschreiben. Die Zeit zwischen den Tagen, wobei eigentlich die ganze Vorweihnachtszeit war die reinste Katastrophe.
    Und ja, man darf auch Mal meckern, denn so schön das Leben mit Kindern ist, es ist auch nicht immer alles Friede Freude Eierkuchen
    Ganz liebe Grüße,
    Denise

  5. Antworten

    Dani

    3. Januar 2019

    Schön zu hören, dass es nicht nur hier so ist. Meine drei Jungs sind 2, 5 und 8 und ich habe auch immer ganz romantische Vorstellungen von den Weihnachtsferien. ( Immer zu Hause!) Das klappt ein paar Tage, hört aber spätestens nach einer Woche auf. Und wir sind auch nicht selten um zehn schön draußen, frische Luft und Auslauf hilft. Und ab und zu auch mal Fernsehen, damit die Eltern mal durchatmen können! Und versuche zu akzeptieren , dass unsere Familie einfach laut und chaotisch ist mit Streit und Gemecker, aber auch viel Liebe. Ein schönes neues Jahr für Euch. Liebe Grüße Dani

  6. Antworten

    Leni

    3. Januar 2019

    Ich finde das hast du schön geschrieben und ich kann mich absolut damit identifizieren. Besonders die Stelle, dass du lieber gar keine Pause machst als während der Pause dann doch wieder aufstehen zu müssen. Ich finde es macht das eigene Leben leichter, wenn man liest, dass es anderen genauso geht. Und ja, dein Artikel strotzt vor Genervt-sein von den eigenen Kindern; aber die Liebe kommt trotzdem rüber. Und die Grundzufriedenheit. Das ist schön und nahbar und einfach sympathisch.

  7. Antworten

    Rebecca

    3. Januar 2019

    Liebe Lisa,
    vielen Dank für deine Offenheit. Bei uns lief schon die gesamte Adventszeit so ab. Wir Eltern hatten das
    Bedürfnis zur Ruhe zu kommen, in den Tag zu leben, lecker Kochen…unser Sohn sah das ähnlich wie deine Löwen und wir waren alle völlig genervt also auch Ausflüge statt gemütlich zu Hause überall das gleiche
    Liebe Gruesse Rebecca

  8. Antworten

    Kirsten

    3. Januar 2019

    Liebe Lisa, ich kann dich total verstehen! Mir geht es auch ohne Kinder häufig so, dass mir eine Pause sooo so schwer fällt! Aber ich musste im letzten Jahr lernen, dass es genau diese Unruhe und Genervtsein von allem braucht, um danach zur Ruhe kommen zu können. Immer nur rödeln und rennen geht gar nicht, irgendwann sagt der Körper stopp und meistens hört man nicht mal auf den. Deshalb kann ich dich nur ermutigen, es immer wieder zu probieren mit der Pause! Es kann sich so gut anfühlen! 🙂 Und woher sollen die Kinder auch die Ruhe lernen, wenn es die Eltern nicht vorleben 😉 Alles Liebe für euch im neuen Jahr, Kirsten

  9. Antworten

    Wiebke

    5. Januar 2019

    Wie wahr, wie wahr….ich werde das nächste Mal, wenn ich mich GERADE auf´s Sofa gesetzt habe und dann doch gerufen werde um ganz dringend und eilig dem Playmo Feuerwehrmann seinen Helm aufzusetzen an dich denken und mit einem schmunzeln wieder aufstehen und meinen Jungs helfen….um dann doch noch einen weiteren Versuch zu starten, meinen Tee in Ruhe auf dem Sofa zu genießen. 😉
    Danke für deine Ehrlichkeit und ja, es ist überall so…nur leider reden wenige darüber.

EINEN KOMMENTAR SCHREIBEN

Ich stimme zu.