Ich und die letzten drei Jahre- bald feiern wird Geburtstag

In knapp zwei Wochen feiern wir Löwen-Geburtstag. Drei Jahre. Wow!
Ich bin nun schon drei Jahre Mama. Drei Jahre die mich verändert haben. Ich bin bodenständiger geworden und ich kümmere mich mehr um mich und meine Familie. Mein Fokus hat sich von außen nach innen gewendet.

Party, Pausen und Todos

Früher wollte ich immer auf jeder Party tanzen, die Letzte sein die geht und die Erste die man am nächsten Tag anruft, um den Abend zu betratschen. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, mir sei sowas jetzt egal. Nein, das ist es nicht. Manchmal wäre ich gerne noch etwas mehr die Partymaus von früher. Mit Energie ohne Ende und locker, leichten Schritten durchs Leben. Ich habe mich verändert. Ich bin erschöpft und sehne mich mehr nach Pausen als nach Menschen. Einfach mal für mich sein, das Bedürfnis kannte ich früher nicht.

Rumzuhängen und nichts tun hätte ich mir früher nicht als erholsam vorgestellt. Die To-Dos meiner Selbstständigkeit gingen mir locker flockig von der Hand und am Abend habe ich mich dann auf einen Wein in der Abendsonne gefreut. Mein Alltag hat sich verändert. Mein Arbeitstag endet nun nach der Hälfte der Zeit und meine To-Do Liste verfolgt mich bis unter die Dusche. Halb so viel Arbeitszeit und doppelt so viele Menschen die davon leben sollen. Irgendwas kommt da nicht hin.
Sparsamer bin ich deswegen aber leider nicht geworden die letzten Jahre. Mein Shopping hat sich verändert. Jetzt shoppe ich 90% für die Jungs und 90% Online.

Eine Familie, meine Familien

Vor diesen drei Jahren wusste ich nicht was Familie wirklich bedeutet, dass das viel größer ist als das man seine Familie liebt. Nicht falsch verstehen, ich liebe meine Familie sehr aber meine Liebe hat sich verändert. Sie ist eine bedingungslose Verbindung. Eine die nichts in Frage stellt und sich irgendwie ganz anders anfühlt, als all die Zuneigung und Führsorge die ich vorher gespürt habe. Die Verantwortung stärkt das Gefühl.

Ich hatte die letzten Jahre Momente großer Sorge, eine stolze Brust und Angst vor großen Entscheidungen, aber auch die haben mich verändert. Und nicht nur mich sondern auch meinen Mann und uns zusammen. Uns als Paar und als Einheit. Eine Einheit, manchmal mehr und manchmal weniger. Das gehört dazu. Auch wir werden in den letzten Jahren immer wieder auf die Probe gestellt und ich bin so froh, dass wir das alles gemeinsam meistern. Die Löwen haben uns als Paar verändert.
Wir sind stärker zusammen und entdecken uns und die Welt noch mal neu. Wir schlafen öfter getrennt als früher, einfach damit wenigstens einer von uns Schlaf bekommt. Ich bin froh meinen Mann als den Papa zu erleben, wie ich ihn mir vorgestellt habe. Er hat sich verändert. Er ist nicht nur mein Mann, er ist Papa! Liebevoll, lustig und stark an meiner Seite.

Große Schritte und Phasen

Die Löwen habensich verändert. Ein aufreibendes erstes Jahr mit einer kurzen Schwangerschaft und einer viel zu plötzlichen Entbindung gaben den Startschuss für all die Veränderungen. Ein sorgenbehaftetes erstes halbes Jahr endete mit Antons Operation. Und unserem ersten gemeinsamen Urlaub. In dem stellten wir fest: alles hat sich verändert.
Wir sind nun vier und auch im Urlaub stehen unsere Bedürfnisse hinter denen der Löwen. Unsere große zweimonatige Reise nach Griechenland hat uns so viele unvergessliche Erlebnisse gebracht, anders als früher und so wertvoll.

Anton hatte sich mittlerweile gut erholt und hat Mats in Sachen Fortbewegung kräftig nachgeeifert. Eine Phase in der sich alles verändert hat und nichts mehr sicher ist. Sie laufen, klettern und entdecken die Welt. Ein nächster großer Schritt der alles verändert: Die Kita. Ich bin glücklich, etwas Zeit und Raum für mich zu haben und zeitgleich zu wissen, dass die Löwen gut aufgehoben sind und sich wohl fühlen. Unbezahlbar.

Mittlerweile sind wir eine geübte Reisetruppe und die anfängliche Aufregungen auf Reisen ist minimalisiert. Alles wird klappen, wir bekommen das hin. Also folgten einige tolle Urlaube und Wochenendtrips mit Freunden und allein. Auch nur wir Eltern. Auszeiten und Partnerzeit ist so viel wertvoller als früher und wird bei uns auch viel mehr zelebriert. Das tut uns richtig gut!

Parner in Crime

Meine Löwen sind frech und wild und reden. Dadurch verändert sich vieles. Ich lache mich schlapp über witzige Wortkonstellationen und mein Herz geht auf, wenn sie rufen „Mmaaaammmaaaa“!
Mit Schwung kam die erste Autonomiephase auf uns zu und hat viel Wut und Gejammer mitgebracht. Wir haben uns verändert. Ab mancher Stelle mit Ungeduld, mit dünnen Nerven und an anderer Stelle mit so viel Liebe und Geduld die uns zusammen schweißt. Ein Nein durchzusetzen gibt mir Kraft für die nächste Aufgabe.
Die Löwen verändern sich jeden Tag. Sie lernen neue Wörter, klettern auf Bäumen und erzählen mir, wie die Welt so läuft. Ich beobachte sie und bin glücklich. Wie sie miteinander spielen und füreinander einstehen. Brüder, Verbündete, Partner in Crime.

Die nächste Phase mit den ersten Diskussionen („nur eeeeiiiinnn mal Maaammmaa“) oder die Phase mit den Wechselklamotten und Pipitüten aus der Kita stellt uns vor neue Herausforderungen. Eine Mischung aus Verzweiflung und Staunen darüber, wie groß sie schon sind umgibt uns.

Ich weiß nur eins

Jede Phase und jede Zeit miteinander verändert uns, und die Löwen haben mich verändert. Nichts davon möchte ich missen.
Die letzten drei Jahre waren die, die mich am meisten herausgefordert und an meine Grenzen gebracht haben, aber auch die, die mir am meisten gegeben haben.
Früher habe ich mir immer vorgestellt, dass ich irgendwann Kinder haben werde, die auf mich zu laufen wenn sie mich sehen und freudestrahlend  „Mama“ rufen. So ist es jetzt.
Jedes fröhliche Gesicht, Gegacker und Gequatsche von den beiden lassen mich voller Stolz auf die letzten Jahre zurückblicken.

Jahre die alles verändert haben und mich zu dem machen was ich sein möchte. Eine verantwortungsvolle, liebevolle und lustige Mama und Frau. Für mich und meine Bande.

*Die Bilder der ersten Beiden Bilder Gallerien sind von Indra Ohlemutz
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1 Comment

  1. Antworten

    Katharina

    11. August 2017

    So ein schöner Beitrag da geht einem das Herz auf und genau so geht es mir auch. Unsere große ist jetzt 6 und kommt dieses Wochenende zur Schule und unser kleiner Speckbert wurde vor 3 Wochen geboren. Eine neue Herausforderung für uns weil die große schon so selbstständig ist und man jetzt wieder von vorn anfängt. Aber trotzdem liebe ich meinen kleinen Karli auch wenn es Tage gibt wo die Nerven blank liegen und die Augenringe immer dunkler werden

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