Esskultur // Tischmanieren im Hause Steinkopf

Das man als Familie zusammen isst und über den Tag redet, dass die Kinder beim Kochen helfen und ganz gemütlich gemeinsam am Tisch sitzen. So stellt man es sich immer vor. Und so soll es ja auch in vielen Familien sein. Ich würde es auf jeden Fall schön finden.
Aber wann ist der richtige Zeitpunkt so eine Esskultur zu Hause durch zu setzten?
Und nicht nur die des gemeinsamen Essens sondern auch die Tischmanieren.

Zwillinge essenBei uns sind wir davon auf jeden Fall Meilen entfernt.  Meißtens gibt es für die Löwen zwischen sechs und halb sieben Abendessen.
Meißtens Brot und manchmal die Reste von unserem Abendessen der Vorabends. Oft gibt es dieses „Abendbrot“ dann in Picknick Variante. Die letzten Abende habe ich mich sogar in unserem Spielzelt wieder gefunden. Dort habe ich das Gurkenbrot gerecht zwischen meinen Löwenjungs und den Schleichtieren aufgeteilt. Wir versuchen dann spielerisch so viel Brot wie möglich in die Löwen zu bekommen. Hört sich schrecklich an, und warum wir uns das angewöhnt haben fragen wir uns auch oft. Eventuell ist es ein tiefverwurzelter Gedanke aus der Zeit mit zwei kleinen Frühchen die wir in den ersten Wochen auf 2kg peppeln mussten, damit wir das Krankenhasu verlassen durften. Oder die schlaflosen Nächte. Wenn man Abends richtig satt ins Bett geht, wacht man morgens nicht so früh von Hunger auf. Macht doch Sinn. Oder es liegt daran, dass es viele Tage gibt, an denen bei uns ein Snack den nächsten jagt und wir Abends der Meinung sind, die Löwen müssen jetzt noch mal was vernünftiges essen. Es beruhigt mich, zu wissen, dass die Löwen in der Kita warmes und frisch gekochtes Mittagessen bekommen.
Ich finde dieses abfüttern auf jeden Fall falsch, es fühlt sich nicht gut an. Sollten wir nicht Vertrauen darein haben, dass die Löwen schon essen werden wenn sie hunger haben?
Eigentlich schon, aber ich habe das Gefühl sie sind so müde und unkonzentriert, dass sie vor lauter quatsch machen und rum hampeln gar nicht zum Essen kommen.

Für mich ist Essen Genuss und Gemütlichkeit. Wenn wir zusammen mit den Kindern essen ist dafür kein Raum. Daher machen wir es oft so, dass wir für uns dann was kochen während der andere die Löwen ins Bett bringt. Aber so richtig Familienmäßig ist das nicht. Ich habe irgendwie immer Angst, dass ich den Löwen irgendwas vermitteln will und es dafür dann schon zu spät ist. Des schön und wichtig ist gemeinsam zu essen. In Ruhe am Tisch zu sitzen und den Tag gemeinsam ausklingen zu lassen. Das Essen etwas gemütlich und schönes ist.
Vielleicht machen wir uns da auch zu viel Stress und das kommt irgendwann von ganz alleine. Dann heißt es durchhalten und die Löwenpopos auf die Stühle nageln.
Mal wieder ein kleines Gedankenkarussel von mir. Ich freue mich über Anregungen und Gedanken von euch!

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3 Kommentare

  1. Antworten

    bianca

    15. Februar 2017

    Schöner Beitrag von dir. Bei uns ist das ähnlich… Nur nicht verzweifeln! Es wird besser! Du bist so positiv eingestellt und ich finde es richtig und schön welche Werte du vermitteln möchtest. Unser 4 jähriger hat vorallem in der Kita und im Kindergarten Tischmanieren gelernt, zu Hause war ich da zu lasch. Unser Kleiner mit 1,5 ist davon jedoch noch weit entfernt, er möchte meistens auf dem Tisch sitzen, schmeisst alles rum und wird letztendlich nur im „Vorbeifliegen“ aufgetankt…
    Und das hört sich doch bei euch schon ganz gut an 😉

  2. Antworten

    Carina

    15. Februar 2017

    Hey!
    Ich habe mich genau identifizieren können mit Deinem Artikel.
    Ich habe hier zu Hause auch einen kleinen 2,5 jährigen Wirbelwind. Dieser war (auch) ein Frühchen. Leider haben wir es auch noch nicht raus, wie wir es schaffen, dass der kleine Mann am Tisch sitzen bleibt, wenn die anderen noch essen. Alles andere ist wichtiger und gerne sollen doch auch alle aufstehen, wenn er fertig ist.
    Aktuell haben wir auch wieder eine Phase, wo er nur Snacks essen möchte, am liebsten süße, und ich kämpfe bei jedem Mittag essen (er isst noch zu Hause Mittag), darum, dass er Kartoffeln und co isst. Heute habe ich tatsächlich eine Möhre unter einer Kartoffel versteckt, weil er nur Kartoffeln essen wollte.
    Es ist ein Kampf und ich finde Du hast so recht, wenn Du sagst, Du willst Werte vermitteln, Tischmanieren usw.- aber kriegst es nicht so gut hin. Das kenne ich.

    Leider wurde das jetzt kein Tipp. Ich habe eher von unserem Alltag berichtet. Ich hoffe, dass das trotzdem ok für Dich war!

    Alles gute für Dich!

  3. Antworten

    Jana

    20. Februar 2017

    Wir essen schon immer abends warm. Und nach der Stillzeit haben die Kinder mitgegessen. Anfangs natürlich was anderes als wir Erwachsenen, aber es war mir sehr wichtig abends zusammen zu kommen.
    Mit der Zeit entwickelten wir eine Art zu kochen, so dass für jeden meist was dabei ist. Was meine Kinder nicht mögen, müssen sie nicht essen, auch nicht probieren! Sie sind jetzt 12 und 15 und inzwischen flexibel was das Essen angeht. Es gibt immer noch Sachen, die sie nicht mögen, aber das ist ja bei Erwachsenen auch so. Wir haben nie viel Stress ums Essen gemacht, denn es soll ja allen Spaß machen. Man kann sich als Erwachsener auch ein bisschen an seine Kinder anpassen und mal Fischstäbchen essen ;-).
    Meine Jungs durften früher beim Abendessen „lesen“ (Bilderbücher, die kann man ja meist abwischen), dann blieben sie etwas länger, aber ohne Zwang. Natürlich standen sie trotzdem früher vom Tisch auf als wir, aber das war okay.
    So haben wir jeden Abend die Gelegenheit über unseren Tag zu reden, mal mehr, mal weniger und danach verteilen wir uns wieder.
    Da ich es so gewohnt bin, finde ich es immer ganz komisch, wenn mal einer zum Essen nicht da ist.
    „Manieren“ hab ich ab und an so nebenbei erklärt…

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